Der große Abi-Stress
von Iulia Petuhov
Wir alle treffen in unserem Leben auf stressige Ereignisse, vor allem auf Prüfungen – sei es die Führerscheinprüfung, das Cambridge-Zertifikat oder in unserem Fall das Abitur. Heutzutage ist Stress eines der Gefühle, das unseren ganzen Tag prägt. Man weiß nicht, womit man anfangen soll, alles muss sehr schnell erledigt werden, und man hat nicht genügend Zeit. Hausaufgaben und Kurse, die man lösen und lernen soll, erscheinen plötzlich unmöglich.
Man beginnt zu zittern. Aus Tagesstress wird auch Nachtstress. Man hat das Gefühl, nicht „genug“ gelernt zu haben, und kann deshalb schlecht oder gar nicht schlafen. Lernen kann man auch nicht, weil man müde ist, aber trotzdem kann man kein Auge schließen. Das Herz klopft wie verrückt, und man wird wütend wegen des fehlenden Schlafs. Es wird wieder Morgen, und man ist so müde, dass man sich in der Schule kaum noch konzentrieren kann. So verläuft der ganze Tag. Und dann wird es wieder Nacht. Jeden Tag passiert das Gleiche, und man ist immer noch nicht fertig mit dem, was man lernen muss. Der Zyklus scheint kein Ende zu haben, und man fühlt sich wie eine verlorene Sache – ein „lost cause“. Oder zumindest glaubt man das.
Um eine solche Situation zu vermeiden, kannst du bereits ein Jahr vorher Notizen schreiben, sodass du vor den Abiklausuren alles organisiert hast. Zum Beispiel kannst du im Fach Geschichte nach jedem Kapitel eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Punkten schreiben. Vor dem Abi musst du dann nur noch alles wiederholen und nicht alles komplett neu lernen.
Wenn du das nicht gemacht hast, gerate nicht in Panik. Was wäre, wenn ich dir sage, dass es eigentlich nicht so schlimm ist und dass man viele Lösungen dafür finden kann? Hier sind einige Tipps, die dir helfen können:
Erstens musst du verstehen, dass dieses Ereignis nicht das Ende der Welt ist. Atme tief ein und glaube an deine Vergangenheit und deine Zukunft. Erinnere dich an kleine Momente, die dich glücklich gemacht haben und in denen du dich frei gefühlt hast. Denk an deine Zukunft und stelle dir vor, wie sie sein wird: stressfrei, glücklich und gesund. Atme ruhig ein und aus. Du solltest dir bewusst machen, dass du dich mit allen Kapiteln schon einmal beschäftigt hast. Du kennst den Stoff bereits – du musst die Informationen nur noch wiederholen und gut strukturiert im Kopf behalten. Du bist noch nicht im Prüfungssaal, sondern zu Hause. Du hast noch Zeit. Du kannst noch üben oder lesen.
Außerdem kannst du dir einen Lernplan erstellen, um konzentriert zu arbeiten. Zum Beispiel kannst du jeden Tag zwei Stunden pro Fach lernen. In nur zwei Wochen bis zur Prüfung wirst du einen großen Teil des Stoffes wiederholt haben. So teilst du die Kapitel aller Fächer gleichmäßig auf und vermeidest das Gefühl, in manchen Fächern zu wenig gelernt zu haben.
Eine weitere Strategie ist, freie Minuten sinnvoll zu nutzen. Lies kleine Informationen auf dem Weg nach Hause (wenn du nicht zu Fuß gehst), in den Schulpausen oder bevor du schlafen gehst. So lernst du die Inhalte fast unbewusst. Danach kannst du mit deinen Freunden oder auch mit deinen Eltern darüber sprechen. Den Stoff zu erklären ist eine sehr gute Methode, um Informationen besser zu behalten.
Sport kann ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit sein, Stress abzubauen. Bewegung hilft dem Körper, Spannungen zu lösen und den Kopf freizubekommen. Egal, ob du joggen gehst, tanzt, ins Fitnessstudio gehst oder einfach einen Spaziergang machst – Sport gibt dir neue Energie. Während du dich bewegst, vergisst du für einen Moment den ganzen Druck und kannst dich besser entspannen. Außerdem verbessert Sport deinen Schlaf, deine Konzentration und deine Stimmung. Schon ein paar Minuten Bewegung am Tag können helfen, den Stress zu reduzieren und dich motivierter zu fühlen.
Vergiss dabei auch nicht, auf dich selbst zu achten. Selbstfürsorge ist genauso wichtig wie Lernen. Gönn dir Pausen, hör Musik oder mach etwas, das dir Freude bereitet. Dein Körper und dein Kopf brauchen Erholung, um gut funktionieren zu können. Wenn du dich um dich selbst kümmerst, kannst du mit Stress besser umgehen und bleibst motiviert.
Zum Schluss kannst du auch mit einer professionellen Person sprechen. Sie kann dir hilfreiche Tipps geben, zum Beispiel wie man meditiert oder wie man durch Gespräche Stress abbauen kann.
Wenn du das Gefühl hast, dass Stress dein ganzes Leben kontrolliert, dann bist du nicht allein. Viele Menschen haben das schon erlebt. Gib nicht auf, suche nach Lösungen und nimm Hilfe an. Diese Phase dauert nicht ewig und geht schneller vorbei, als du denkst. Denk daran: Wenn andere die Klausuren schon geschafft haben, warum solltest du es dann nicht auch schaffen?
Du schaffst das!

