Deutsche Schulen in Rumänien
von Sophia Nastasie
Deutsche Schulen haben in Rumänien eine sehr lange Tradition, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Vor allem ist das zu erklären durch die deutschen Minderheiten, die sich in Rumänien niedergelassen haben und die diese Schulen gründeten, in Regionen wie Siebenbürgen um 1380 (besetzt von den Siebenbürger Sachsen), Banat (wo Banater Schwaben lebten), usw. Diese Minderheiten strebten nach einer guten Bildung für ihre Kinder, was zur Etablierung der vielen deutschen Schulen, die wir noch heute kennen, geführt hat. Was besonders im Vergleich zu anderen Schulen war, war die Unterrichtssprache, denn natürlich wurde alles auf Deutsch unterrichtet.
Ein Beispiel, das historisch relevant ist, befindet sich genau in der Hauptstadt unter dem heutigen Namen „Deutsches Goethe-Kolleg“. Mit einer Geschichte, die sich über mehr als 200 Jahre erstreckt, ist das Goethe-Kolleg eine der wenigen Schulen, die trotz der Welt außerhalb des Bildungssystems ihre Tradition der deutschen Unterrichtssprache und die Identität einer deutschen Schule weiter fortsetzt und behält.
Heutzutage gibt es verschiedene Arten von deutschen Schulen, sie unterscheiden sich besonders nach dem Lehrplan und dem Bildungssystem, dem sie folgen. Zum Beispiel bietet das Deutsche Goethe-Kolleg, das grundsätzlich dem rumänischen Staatssystem folgt, sowohl den deutschen als auch den rumänischen Lehrplan an und ist die einzige Staatsschule, an der Schüler das deutsche Abitur ablegen können. Weiterhin gibt es außerdem Auslandsschulen, beispielsweise die “Deutsche Schule Bukarest“. Akkreditiert durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, funktioniert die Privatschule völlig nach dem deutschen Lehrplan und ist die einzige anerkannte deutsche Auslandsschule des Landes und die zweite und letzte Schule in der Hauptstadt, die ihren Schülern das deutsche Abitur anbietet. Neben diesen zwei großen Schulen gibt es weitere Schuleinrichtungen, die deutsche Abteilungen zur Verfügung stellen wie das Lyzeum “Samuel von Brukenthal” in Hermannstadt, das mit einem Alter von über 600 Jahren eine der ältesten Schulen ist und die Absolventen wie den ehemaligen Präsident Rumäniens Klaus Johannis zu verzeichnen hat oder das „Johannes Honterus Gymnasium“, dass im Jahre 1514 gegründet wurde, die “Adam Müller Guttenbrunn Schule” im Banat, eine andere Schule mit einer Geschichte die vor fast 300 Jahren begonnen hat, die ”Johann Ettinger Schule” in Sathmar, und zuletzt eine der bekanntesten deutschen Schulen und die einzige Schule in Rumänien mit zwei Nobelpreisträgern unter ihren Absolventen, das “Nikolaus-Lenau-Lyzeum” in Temeswar.
Deutsche Schulen gehören zu den ersten Bildungsanstalten, die auf dem rumänischen Gebiet entstanden sind. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sie eine sehr reiche Geschichte haben, die kulturelles Vielfalt mit sich bringt und die sich bis heute noch entwickelt, mit unvergesslichen Traditionen, wie der deutschen Unterrichtssprache und dem Feiern der typisch deutschen Festtage, welche die Jahrhunderte bis heute überdauert haben.

