Ein Filmclub mit großen Zielen: Ein Bericht eines Mitglieds der „Goethe Film Society“ des Goethe-Kollegs, Bukarest

Autor: Pavel Postolache

Ein weißes Auto lässt eine Staubwolke hinter sich auf einem einsamen Feld. Eine Gruppe Jugendlicher schaut misstrauisch hinterher und filmt die angespannte Szene. Was war passiert? Während die Mitglieder des Filmclubs „Goethe Film Society“ einen der Drehorte in Mogosoaia nutzen wollten, näherten sich Unbekannte und zeigten Interesse an den abseits liegenden Taschen der Gruppe. Sie dachten wohl, dass es vergessene oder weggeworfene Sachen wären; oder aber sie wähnten sich unbeobachtet. Nach einem hitzigeren Gespräch gingen sie jedoch weg. Uff! 

Dies ist nur eine der vielen Geschichten, welche die Mitglieder der „Goethe Film Society“ (GFS) über ihre Drehs erzählen können. Der Filmclub besteht aus Jugendlichen aus den Oberstufenklassen des deutschen Goethe-Kollegs Bukarest. Zu diesem gehöre auch ich, der Autor dieses Textes und Praktikant bei der ADZ. Der Club entstand aus der Idee des 11.-Klässlers Stefan Ionutiu, eine Film-Arbeitsgemeinschaft zu gründen. Nach nur zwei Sitzungen entwickelte sich die AG je doch zu einem Filmclub, der nicht nur über Filmthemen sprechen, sondern sie auch umsetzen möchte. Wir wollen eigene Filme drehen, aus echter Leidenschaft für das Medium. Doch dafür brauchten wir zuerst mehr Leute. Wie konnten wir jedoch die Aufmerksamkeit unserer Mitschüler gewinnen, um neue Mitglieder zu finden? Ionu]iu hatte die rettende Idee: Auf der Instagram-Seite der Schule postete er ein Formular, mit etwas uneindeutigen, eigenartigen Fragen. Mit Erfolg: Aus anfänglich fünf Mitgliedern wuchs der Filmclub anschließend innerhalb einer Woche auf rund 25 Personen. In einem Gespräch erklärte Ionutiu dazu, dass die GFS so viele Teilnehmer nicht nur fürs Filmdrehen aufgenommen habe, sondern auch, um „ein freies, selbstexpressionistisches Medium zu erschaffen, welches das künstlerische Entwickeln stimuliert“.  

Von der Idee zum fertigen Film 

Die erste Kurzfilmidee hatte anschließend Mihnea Constantin, Mitgründer des Filmclubs. Er schrieb ein beeindruckendes und erst mal titelloses Skript über Kriegszeiten für einen Kurzfilm. Schnell fing der Club an, die ersten Szenen zu filmen. Doch nicht alles lief dabei nach Plan. Der erste Drehtag fand am 18. Februar statt. Als wir am Drehort in Mogo{oaia ankamen, war die Kälte unerträglich. Zwei Stunden lang filmten acht Mitglieder der Gruppe mehrere Szenen, die aber wegen des starken Windes unbrauchbar waren. Der erste Tag war also eine totale Katastrophe. Wir waren jedoch nicht bereit, aufzugeben. Einen Monat später besuchten wir erneut Mogosoaia – dieses Mal mit Erfolg. Wir kamen frühmorgens an, verteilten die Rollen neu und filmten bis zum Abend. Wöchentlich drehte die GFS weiter und schloss die Dreharbeiten des ersten Kurzfilms am 4. April unter dem Titel „Lost Brothers“ (Verlorene Brüder) ab. Seit dem 11. April arbeitet das Team an seinem zweiten Kurzfilm „Between Parallel Mirrors“ (Zwischen parallelen Spiegeln) unter der Regie von Stefan Ionutiu. Der zweite Film soll am Ende des Monats fertig werden. Die beiden Kurzfilme werden ihre Premiere beim Festivalul Filmului de Frontiera (FFF) in Salonta feiern, das am 29. und 30. August stattfindet. Außerdem plant das Team eine eigene Vorführung im Cinema Europa in Bukarest im Oktober.   

Lang- oder Kurzfilm– was kommt als Nächstes? 

Doch dabei soll es nicht bleiben: Im Sommer 2026 will die GFS mit der Arbeit an ihrem ersten Langfilm beginnen, einer schwarzen Komödie, mit Isolation als Hauptthema. Die Regisseure arbeiten gemeinsam an einem Skript, das bis Juni fertig werden soll. Danach beginnt die Sponsorensuche– denn ein Langfilm braucht nicht nur mehr Zeit, sondern auch Geld für Technik, Drehorte und Postproduktion. Das langfristige Ziel ist groß: nämlich ein Auftritt bei der Berlinale bis 2032. Mihnea Constantin fasst es so zusammen: „Unser Team hat mehrmals gezeigt, dass qualitativer Film von allen Begeisterten gedreht wird, wer den kann, unabhängig von Alter oder Profil.

Was bedeutet Filmdrehen für uns? 

Genau deswegen bin ich selbst auch im Club. Ich möchte qualitative und interessante Filme drehen. Als ich zum ersten Mal eine Kamera in der Hand hielt, wusste ich nicht, was mich erwartete. Doch je mehr Stunden wir auf dem Feld, in den Straßen Bukarests und in improvisierten Sets verbrachten, desto klarer wurde mir: Das hier ist mehr als ein Schulprojekt. Es ist eine Obsession. Stundenlang dem perfekten Shot nachzujagen, eine Szene immer wieder neu zu drehen, bis sie endlich stimmt – das faszinierte mich! Ich habe gemerkt, dass das mehr verlangt, als ich erwarte habe. Trotzdem kann ich nicht aufhören! Eine von mir erstellte Umfrage unter den Mitgliedern zeigt auch, dass ich damit nicht alleine bin: 100 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die GFS ihren Alltag verändert hat. Für 40 Prozent ist sie längst der erste Schritt in eine echte Filmkarriere – mit Ambitionen, die von einem eigenen YouTube-Kanal bis hin zu einem professionellen Filmstudio reichen. 

Was bedeutet Filmdrehen für uns? 

Genau deswegen bin ich selbst auch im Club. Ich möchte qualitative und interessante Filme drehen. Als ich zum ersten Mal eine Kamera in der Hand hielt, wusste ich nicht, was mich erwartete. Doch je mehr Stunden wir auf dem Feld, in den Straßen Bukarests und in improvisierten Sets verbrachten, desto klarer wurde mir: Das hier ist mehr als ein Schulprojekt. Es ist eine Obsession. Stundenlang dem perfekten Shot nachzujagen, eine Szene immer wieder neu zu drehen, bis sie endlich stimmt – das faszinierte mich! Ich habe gemerkt, dass das mehr verlangt, als ich erwarte habe. Trotzdem kann ich nicht aufhören! Eine von mir erstellte Umfrage unter den Mitgliedern zeigt auch, dass ich damit nicht alleine bin: 100 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass die GFS ihren Alltag verändert hat. Für 40 Prozent ist sie längst der erste Schritt in eine echte Filmkarriere – mit Ambitionen, die von einem eigenen YouTube-Kanal bis hin zu einem professionellen Filmstudio reichen. 

09.05.2026

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