Technologie trifft Empathie: 1. Preis für ein außergewöhnliches Schülerprojekt

Autorin: Irina Avram Popa

Ein besonderer Erfolg für unsere Schule: Der Schüler Ghețu Mihai-Eduard (Klasse 9 B) hat beim renommierten Wettbewerb „Jugend forscht 2026“ den 1. Preis in der Kategorie Mathematik/Informatik gewonnen und wurde somit zum Regionalsieger.

Der Wettbewerb fand am 27-28. Februar 2026 in Salach (Deutschland) statt und zählt zu den bedeutendsten Nachwuchswettbewerben im Bereich Wissenschaft und Forschung im deutschsprachigen Raum.

Mihai überzeugte die Jury mit seinem innovativen Projekt „Mental Mint – ein empathischer KI-Roboter zur Unterstützung bei Mobbing und emotionaler Belastung“.
Ziel des Projekts ist es, Jugendlichen in schwierigen Situationen einen unterstützenden „Gesprächspartner“ zur Seite zu stellen. Das System basiert auf umfangreicher Forschung und wurde mithilfe von rund 1000 analysierten Mobbing-Szenarien entwickelt. Dabei mischte Mihai moderne Technologien der KI mit psychologischen Erkenntnissen, um einfühlsam auf verschiedene Situationen reagieren zu können.
Sein Projekt zeigt, wie Technologie gezielt eingesetzt werden kann, um gesellschaftliche Probleme zu lösen. Doch wie entsteht ein solches Projekt überhaupt?
Im folgenden Interview gibt Mihai-Eduard Ghețu persönliche Einblicke in seine Motivation, die Entwicklung von „Mental Mint“ und die Herausforderungen auf seinem Weg:

   Wie bist du auf die Idee für dein Projekt gekommen?

“Während meiner Schulzeit wurde ich oft gemobbt und hatte niemanden, mit dem ich darüber sprechen konnte. Ich habe versucht, ein Tagebuch zu führen, aber mir fehlte die Rückmeldung und Interaktion. Dadurch begann ich darüber nachzudenken, wie man Menschen in solchen Situationen besser unterstützen kann. Bei meiner Recherche habe ich festgestellt, dass Mobbing ein weltweites und ernstes Problem ist. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden etwa 40 % der Schüler im letzten Jahr mindestens einmal gemobbt. Das hat mich zusätzlich motiviert, eine Lösung zu entwickeln.”

   Wie viel Zeit hast du in dein Projekt investiert und wie verlief die Entwicklung bzw. Recherche?

“Ich arbeite seit Januar letzten Jahres an „Mental Mint“ und habe sehr viel Zeit in die Recherche investiert. Besonders wichtig war es, wissenschaftliche Studien zu finden, auf deren Basis ich meinen Roboter trainieren konnte. Ich habe außerdem ein Skript entwickelt, das mir bei der Datensammlung hilft, musste die Ergebnisse aber dennoch manuell überprüfen. Zusätzlich habe ich mit psychologischen Experten zusammengearbeitet. Gemeinsam haben wir rund 1000 verschiedene Mobbing-Szenarien analysiert und festgelegt, wie in solchen Situationen reagiert werden sollte. Die Entwicklung verlief nicht immer reibungslos. Ich bin häufig auf Probleme gestoßen, bei denen ich mir neues Wissen aneignen musste. Trotzdem habe ich jede Funktion Schritt für Schritt entwickelt und getestet, sodass das System am Ende zuverlässig funktioniert. “

   Was war die größte Herausforderung während der Arbeit an deinem Projekt?

“Die größten Herausforderungen waren die Datensammlung und die Feinabstimmung des Systems sowie die Integration aller Komponenten. Auch der Bau der Hardware war anspruchsvoll. Ich musste alle Teile selbst vermessen, im CAD-Programm Onshape modellieren und anschließend zusammenbauen. Dabei haben einige Komponenten nicht wie geplant funktioniert, sodass ich die Software anpassen musste. Trotzdem habe ich aus jedem Fehler gelernt und das Projekt weiter verbessert. “

   Was nimmst du aus deiner Erfahrung bei Jugend forscht für deine Zukunft mit?

“Jugend forscht hat mir gezeigt, wie wichtig Ausdauer, Neugier und Eigeninitiative sind. Ich habe gelernt, Probleme strukturiert anzugehen und auch bei Rückschlägen weiterzumachen. Außerdem habe ich viele Menschen kennengelernt, die sich ebenfalls für Innovation und eine bessere Zukunft einsetzen. Dieser Austausch hat mich motiviert und mir neue Perspektiven eröffnet. Für mich ist nicht nur das Ergebnis wichtig, sondern vor allem der Weg dorthin und die Erfahrungen, die ich dabei gesammelt habe.”

   Welchen Rat würdest du anderen Schülern geben, die an Jugend forscht teilnehmen möchten?

“Gebt nicht auf und bleibt neugierig. Verfolgt eure Ideen konsequent und habt keine Angst davor, neue Wege auszuprobieren. Sucht euch ein Thema, das euch wirklich interessiert, denn das gibt euch die Motivation, auch schwierige Phasen zu überwinden. Am Ende geht es nicht nur darum, ein Projekt zu präsentieren, sondern darum, etwas zu lernen und einen positiven Beitrag zu leisten.”

03.04.26

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