Über die Inflation

von Alex Obiziuc und Ana Ruxandra Constantinescu

Preise steigen, Löhne bleiben – Die Herausforderung der Inflation auf der Welt

Du hast das bestimmt in letzter Zeit bemerkt, alles ist plötzlich teurer geworden, von Nahrungsmitteln bis zu Strom, Gas und vielem mehr. Doch wie ist das überhaupt passiert? Nach dem Lesen dieses Artikels wirst du verstehen, warum alles teurer wird und welche Faktoren – wie Energiepreise oder globale Krisen – die Inflation antreiben.

Was ist eigentlich Inflation?

Inflation bedeutet einen allgemeinen Anstieg der Preise, während die Gehälter auf demselben Niveau bleiben. Das heißt: Mit derselben Geldsumme kann man weniger kaufen als zuvor, wodurch die Kaufkraft des Geldes sinkt.

Ein Beispiel: Das Angebot, also die Menge an Waren und Dienstleistungen, wird kleiner, während die Preise steigen. Steigende Kosten für Getreide, Energie und Transport führen dazu, dass Supermärkte oder Bäcker entweder weniger Produkte anbieten oder die Preise erhöhen. Dasselbe passiert im Energiesektor – hohe Gas- und Strompreise machen es für Anbieter teurer, Energie zu verkaufen, und verteuern damit die Produktion fast aller Güter.

Wann ist Inflation normal – und wann wird sie gefährlich?

In einer Volkswirtschaft ist ein moderates Inflationsniveau ganz normal (~2 %) und zeigt, dass es Wirtschaftswachstum gibt.

Die Herausforderung beginnt jedoch, wenn die Inflation extreme Werte annimmt – wie zum Beispiel in Argentinien, wo sie im Jahr 2024 auf 220 % gestiegen ist. Das ist unglaublich viel und zeigt, dass die Preise so schnell steigen, dass die Menschen ihre Kaufkraft verlieren. Den Grundbedarf zu decken wird teurer, Ersparnisse verlieren an Wert und die Wirtschaft wird instabil. Extreme Inflation führt damit zu großer Unsicherheit für Haushalte und Unternehmen.

Warum gibt es heutzutage Inflation?

Seit 2021 sind die Preise in der EU in fast allen Kategorien gestiegen. Das ist aus verschiedenen Gründen passiert, die bedeutendsten davon werden nun präsentiert.

Während der Corona-Pandemie mussten viele Fabriken schließen, die Güter produzierten. So entstand ein Problem: Es gab Menschen, die zum Beispiel ein Auto kaufen wollten, aber die Autofabriken waren wegen Sicherheitsmaßnahmen geschlossen. Dadurch kam es zu einer „Inflation der Autopreise“ – die Preise in der gesamten Autoindustrie stiegen um etwa 20% bis 30%.

Weiterhin hat der Angriff Russlands auf die Ukraine die Preise zusätzlich steigen lassen. Vor allem Energie ist teurer geworden. Bis 2021 importierten EU-Mitglieder umfassend 50% der Energie aus Russland. Nach Beginn des Krieges wurden diese Einkäufe selbstverständlich storniert, um das kriminelle Regime nicht zu unterstützen.

Welche Auswirkungen hatte die Inflation auf Rumänien?

In Rumänien hat sich die Inflation zwischen 2021 und 2024 wie eine Achterbahn verhalten: erst stark angestiegen, dann etwas gesunken, aber trotzdem auf einem hohen Niveau geblieben. Es gibt mehrere Gründe dafür – die wichtigsten waren, wie schon erwähnt, die Corona-Pandemie und der Angriff Russlands auf die Ukraine. Zusätzlich tritt bei uns das Problem der hohen Staatsverschuldung auf, die die Inflation weiter anfeuert. 

Aktuelle Lage:

Im Oktober 2025 lag die Inflation in Rumänien bei 9,8%. Die Nationalbank von Rumänien (BNR) erwartet, dass sie bis Ende 2025 auf 8,8% sinken könnte. Die Europäische Kommission hat eine positivere Prognose, sie schätzet, dass der Anstieg der Preise bis Jahresende auf 5,1% fällt.

Eine Tatsache bleibt jedoch sicher: Rumänien hat weiterhin die höchste Inflation in der EU. Besorgniserregend sind zudem die Staatsschulden, die ebenfalls zu den höchsten in der EU zählen. Und unsere Politiker scheinen das Problem nicht wirklich ernsthaft zu berücksichtigen. Es gibt also viel zu tun!

Herzlichen Glückwunsch! Wenn du es geschafft hast, bis hier zu lesen, dann hast du bestimmt deine Finanzbildung erweitert!

21.11.25

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